REDTEL Blutdruck-Wissen

Verstehen, was wirklich gemessen wird.

Eine Blutdruckmessung liefert zwei Werte: systolisch und diastolisch.

Wer Blutdruck verstehen will, muss auch verstehen, was zwischen den Messwerten geschieht.

Unterarm auf einem Tisch mit Oberarmmanschette und einer Smartwatch am selben Handgelenk

Blutdruck ist mehr als zwei Zahlen.

Systole und Diastole zeigen einen Moment. Entscheidend ist, was dazwischen geschieht: Wie reagiert der Blutdruck auf Herzschlag, Atmung, Bewegung und Belastung?

Doch diese beiden Zahlen sind nur eine Momentaufnahme. Entscheidend ist, wie sich der Blutdruck verändert – von Herzschlag zu Herzschlag, durch Atmung, Bewegung und Belastung.

Erst der Verlauf zeigt, wie der Kreislauf reguliert.

Wo möchten Sie anfangen?

Sechs Einstiege

Alle Bereiche

REDTEL

Kalibrierungslogik für die mobile Blutdruckmessung

Redtel beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit der mobilen Erfassung und Bewertung von Blutdruck und kardiovaskulären Verlaufsdaten.

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht eine zentrale Frage: Wie lässt sich Blutdruck zuverlässig erfassen, wenn die Messung nicht mehr unter stationären Bedingungen, sondern im Alltag, während Bewegung und unter wechselnden Belastungen erfolgt?

Aus der langjährigen Grundlagen- und Entwicklungsarbeit entstand eine Kalibrierungslogik für mobile und kontinuierliche Messsysteme.

Dabei nutzen wir nicht nur einzelne systolische und diastolische Werte. Entscheidend ist auch, wie sich der Blutdruck innerhalb kurzer Zeiträume verändert und wie diese Veränderungen mit Atmung, Herzschlag, Bewegung und Belastung zusammenhängen.

Eine besondere Bedeutung hat dabei die Blutdruckschwankung zweiter Ordnung (BDII). Sie beschreibt atemabhängige Veränderungen des Blutdrucks und kann als Bestandteil eines individuellen Kalibrierungsprofils genutzt werden.

Damit wird aus einer klassischen Referenzmessung mehr als nur ein Vergleichswert: Sie liefert Informationen darüber, wie ein mobiles Messsystem auf tatsächliche Blutdruckveränderungen reagieren muss.

Unser Ziel ist es, diese Erkenntnisse für Hersteller und Entwickler mobiler Blutdrucksysteme nutzbar zu machen.

Hintergrund

Wie die Kalibrierungslogik entstand – und warum Normen wichtig sind

Die Kalibrierungslogik von Redtel entstand aus langjähriger Forschung zur mobilen Blutdruckmessung.

Im Mittelpunkt steht die atemabhängige Blutdruckschwankung zweiter Ordnung (BDII). Ihre Bedeutung wurde nicht nur unter klassischen Messbedingungen untersucht, sondern auch gegenüber invasiv erfasstem Aortendruck geprüft.

Damit beruht die Methodik nicht auf einer theoretischen Annahme, sondern auf physiologischen Messdaten und deren Vergleich mit Referenzverfahren.

Für die mobile Blutdruckmessung ist Standardisierung besonders wichtig. Uhren, Ringe, Armbänder und andere Sensorsysteme arbeiten mit unterschiedlichen Technologien und unter wechselnden Bedingungen.

Normen schaffen dafür gemeinsame Anforderungen: Sie definieren Prüfbedingungen, Referenzverfahren und Anforderungen an die Qualität und Vergleichbarkeit von Messdaten.

Redtel bringt die Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung deshalb auch in die Normungsarbeit zur Blutdruckmessung ein.

Das Ziel ist eine Kalibrierungslogik, die unabhängig vom jeweiligen Gerätetyp eingesetzt werden kann. Entscheidend ist nicht, ob der Sensor in einer Uhr, einem Ring oder einem klassischen Messgerät sitzt, sondern ob das System tatsächlichen Blutdruckveränderungen zuverlässig folgt.

Die Referenzmessung liefert den Ausgangspunkt. Die atemabhängige Blutdruckschwankung ergänzt diesen um eine individuelle dynamische Information.

So kann geprüft werden, ob ein mobiles System nicht nur einen einzelnen Blutdruckwert abbildet, sondern auch tatsächlichen Blutdruckveränderungen folgt.

Forschung

Die wissenschaftliche Grundlage

Autonomous Calibration of Blood Pressure Dependent Data Using Second-Order Blood Pressure Variation for a Future Mobile Diagnostic: Requirements for a Calibration

Martin Deutges, Holger Redtel
IEEE Access, 2024

Die Arbeit beschreibt die wissenschaftliche Grundlage für eine neue Kalibrierungslogik mobiler Blutdrucksysteme.

Im Mittelpunkt steht die Blutdruckschwankung zweiter Ordnung (BDII): eine atemabhängige Veränderung des Blutdrucks, die zusätzliche individuelle Informationen für die Kalibrierung liefert.

Damit wird die klassische Referenzmessung um eine dynamische Komponente ergänzt – mit dem Ziel, mobile und kontinuierliche Blutdruckmessungen zuverlässiger zu kalibrieren.